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Ressourcen für WordPress-Entwickler*innen

  • Die beste CLI-Entwicklungsumgebung für WordPress

    Nach einigen Versuchen mit fensterbasierten lokalen Serverumgebungen wie MAMP Pro blieb ich letztlich immer bei der Kommandozeile hängen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Ich genieße alle Vorteile der Automatisierbarkeit (durch Skripte) und überlade meinen Bildschirm nicht mit einem ganzen Zoo an Fenstern.

    Linux-Fans aufgepasst:
    Folgende Anleitung funktioniert bei euch nahezu 1:1.
    VSCodium installiert ihr naturgemäß auf andere Weise.
    Gegenüber macOS erwarten euch gewisse Freiheiten; beim Schritt unten – dem Starten des MariaDB-Clients – könnt ihr wahlweise den Port 8889 weglassen, falls ihr nicht beim Einschalten eures Computers die Datenbanklösung eurer Linux-Distribution mitstarten. Dann läuft der Client auf Port 3306, und ihr müsst euch die 8889 nicht extra merken. 🙂

    Eine bewährte Methode, unter macOS textbasierte Entwicklerwerkzeuge zu installieren, stellt der Paketmanager Homebrew, in Kombination mit dem Framework Oh My Zsh dar.

    Oh My Zsh installieren

    Oh My Zsh erleichtert den Umgang mit der Kommandozeile in macOS; so können die letzten Befehle bspw. per Tastendruck auf den Pfeil nach oben abgerufen werden

    1. Gehen Sie auf https://ohmyz.sh/#install
    2. Kopieren Sie die Befehlszeile zur Installation:
    3. Kopieren Sie den Wert in der grünen Schrift:
    1. Öffnen Sie den macOS Terminal. Drücken Sie dafür Command – Leertaste gleichzeitig und beginnen Sie eine Suche nach Terminal:

    1. Fügen Sie mit Command – V den kopierten Befehl nun im Terminal ein. Mit Druck auf die Eingabetaste startet die Installation.
    1. Fügen Sie mit Command – V den kopierten Befehl nun im Terminal ein. Mit Druck auf die Eingabetaste startet die Installation. Fertig !

    Homebrew installieren

    Homebrew erleichtert die Installation von text- und fensterbasierten Programmen in macOS. In vielen Fällen spart man sich den Aufruf einer Website, um das gewünschte Werkzeug zu installieren.

    Auch Nutzer*innen von Linux und Windows können von der Einfachheit von Hombrew profitieren, hier ist die Nutzung aber auf textbasierte Werkzeuge beschränkt. Windows-Nutzer*innen müssen weiterhin zuvor das Windows Subsystem for Linux installieren.

    Mit dem Rückgriff auf das Verzeichnis /opt auf der Systemfestplatte des Macs werden die textbasierten Programme und Daten wie Datenbanken übrigens immer per Time Machine mitgesichert. Wer also regelmäßig ein Laufwerk für ein Backup anschließt, muss sich keine Sorgen machen.

    1. Die Website brew.sh besuchen und den Inhalt der schwarzen Zeile in die Zwischenablage kopieren:
    1. Im noch geöffneten Terminal die kopierte Zeile mit Command – V einfügen und Ente drücken:
    1. Nach Abschluss folgt man den Aufforderungen Homebrews und führt diese Zeilen nacheinander im Terminal aus:
     echo >> /Users/user/.zprofile
     echo 'eval "$(/opt/homebrew/bin/brew shellenv zsh)"' >> /Users/user/.zprofile
     eval "$(/opt/homebrew/bin/brew shellenv zsh)"

    VSCodium installieren

    VSCodium ist eine datensparende Alternative zum Code-Editor Visual Studio Code, indem Sie Daten zu Nutzung nicht an Microsoft sendet. Nebenbei benötigt VSCodium etwas weniger Festplattenspeicher als sein „Vorbild“. Einige Tools, etwa zur Einbindung von KI, müssen allerdings manuell nachinstalliert werden. Aber einem Gros wird außer dem anderen Logo im Dock im Alltag kein Unterschied auffallen.

    1. Wir instalieren VSCodium praktischerweise mit dem eben installierten Homebrew-Befehl brew install vscodium im Terminal.
    2. Anschließend kann mit Command – Leertaste wieder das Suchfenster von Spotlight geöffnet werden, und mit dem Beginn des Eintippens kann VSCodium per einfachem Klick gestartet werden.
    1. Da VSCodium ab sofort (hoffentlich) regelmäßig genutzt werden wird, kann man es mit das Programmicon per Rechtsklick wahlweise fest im Dock von macOS platzieren:

    WordPress lokal installieren

    1. Beim ersten Start präsentiert sich VSCodium sehr nüchtern mit einem schwarzen Fenster. Mit der Tastenkombination Command + J öffnen wir in dessen unterer Hälfte ein Terminal:
    1. Websites sind keine Bilder und keine Dokumente, deswegen schlage ich unter macOS gerne den Ordnernamen Sites für die lokale Webentwicklung vor. Im Terminal kannst du nun demnach mkdir Sites eingeben und mit Enter bestätigen:
    1. Nun sieht man im Finder im Benutzerordner einen neuen Ordner. Wer ihn markiert und Command – I drückt, erkennt schnell: Der Ordner bekommt ein besonders schönes Symbol verpasst. So kann man ihn bei der Arbeit mit dem Finder ggf. später leichter erkennen.

    1. In VSCodium können wir nun mit dem Befehl cd Sites && mkdir wp && cd wp einen Ordner wp im Ordner Sites anlegen und direkt in ihn gelangen:
    1. Hier lassen wir Homebrew nun die beiden wichtigsten Kommandozeilen-Tools für die nächsten Schritte installieren: brew install wp-cli && brew install php . wp-cli erleichtert das Installieren von WordPress per Kommandozeile und erlaubt es, einen lokalen Webserver zu öffnen. So kann man quasi kurzfristig sein eigenes Internet auf dem lokalen Computer eröffnen und an einer Website bzw. einem Plugin arbeiten. MariaDB ist ein gängiges Datenbanksystem, in den WordPress u.a. alle Beiträge und Seiten speichern wird.
    2. Wenn der vorige Befehl abgearbeitet wurde, starten wir nun den Download der neusten WordPress-Version mittels: wp core download .
      Nach wenigen Augenblicken ist das Kernsystem heruntergeladen.
    3. Anschließend wird mit wp server ein lokaler Webserver gestartet. Nun kann http://localhost:8080 im Browser aufgerufen werden, und die Installationsroutine von WordPress ist jetzt zu sehen.
    Warum :8080 ?

    Der Port 8080 am Ende der Adresse scheint zunächst zu irritieren. Und in der Tat tauchen die Ports 80 (http://-Domains, nun mehr kaum noch in Gebrauch) bzw. 443 (https://) bei normalen Surfvorgängen im öffentlichen Internet gar sichtbar nicht auf.
    Warum hier 8080?
    Dieser zunächst ungewohnte Port, der in der Adresszeile des Browsers sichtbar bleibt, ermöglicht das Starten eines lokalen Webservers für Mac-User die nicht über Administrationsrechte verfügen. Beispielhaft wären etwa Gruppen von Schülern und Studenten in einem Computerraum.

    1. Nach der Auswahl von Deutsch und einem Klick auf Weiter sehen wir den nächsten Abschnitt des Setups:
    1. Jetzt bietet sich das Anlegen einer Datenbank für unser neues Projekt an. In VSCodium starten wir dazu ein neues Terminal mit einem Klick auf „+“ rechts oberhalb des aktuell laufenden Terminals:
    1. Im neuen Terminal führen wir diesen Befehl in einer Zeile aus: /opt/homebrew/opt/mariadb/bin/mysqld_safe --datadir=/opt/homebrew/var/mysql --port=8889 . Port 8889 macht dabei den Datenbankserver unabhängig von Administratorrechten (in Hinblick auf Abschnitt 10) und der Port 8888, den andere Tools von WordPress gerne nutzen, bleibt wiederum unbesetzt.
    1. Ein neuer Terminal ist erstmal belegt, deswegen wiederholen wir den Schritt mit dem „+“ aus Abschnitt 11.
    2. Wir loggen uns zunächst als Mac-Nutzer in MariaDB ein, um einen Datenbanknutzer „root“ anzulegen, der Datenbanken anlegen und ändern darf. Zunächst loggen wir uns mit mysql -u $USER ein:
    1. Mit  ALTER USER ‚root’@’localhost‘ IDENTIFIED BY ‚root‘; versehen wir den bislang passwortlosen user root mit dem Passwort root:
    1. Mit ALTER USER 'root'@'localhost' IDENTIFIED BY 'root'; (Semikolon beachten!) versehen wir den bislang passwortlosen user root mit dem Passwort root:
    1. Nun legen wir mit CREATE DATABASE wp; eine erste Datenbank an.
    1. Mit quit kann die MariaDB-Konsole nun wieder verlassen werden.
    1. Mit diesen Daten können wir mit der Installation fortfahren:
    1. Nun können wir einen Websitenamen, Username und ein Passwort angeben. Dieses Passwort bitte notieren, da wir es mangels Mailservers (noch) nicht zurücksetzen können:

    Anschließend ist WordPress lokal installiert.

    Exklusive Vorteile

    1. Mit dem PHP Development Server genießt man dessen Einfachheit; über Docker oder ddev bzw. den fensterbasierten lokalen Webserver muss man sich keine Gedanken machen. Dank homebrew kann man sich täglich auf die Suche nach einer neuen Version machen:

      homebrew upgrade

    2. Mit den Befehlen wp server --port=8081, wp server --port=8082 usw. könnt ihr quasi unendlich viele lokale WP-Umgebungen starten.

    3. Homebrew benötigt nur einmalig bei der Installation Root-Rechte bzw. ein Adminkonto. Anschließend kann man sein macOS- oder Linuxkonto ganz einfach zurückstufen und noch sich noch sicherer mit seinem Computer im Internet bewegen.

    4. „Klassenzimmertauglich“: Mehrere Standardbenutzer auf dem selben Gerät können auf die ursprüngliche Homebrew-Umgebung des Root-Nutzers (vgl. Schritt 3) zugreifen.

    Nervige Nachteile

    1. Fluch oder Segen zugleich, und ihr ahnt es vielleicht schon: Mit wp server könnt ihr beim Einschalten des Computers nicht gleich auf eurer lokalen Website lossurfen, sondern führt den Befehl erst etwas später aus – etwa wenn ihr sowieso vorhattet, VSCodium zu starten.

      Für mysqld_safe gilt dasselbe, dieser Befehl übersteht nach der erstmaligen Eingabe allerdings sogar das Schließen des Terminal- bzw. VSCodium-Fensters, und kann so im Hintergrund stets weiterlaufen, auch wenn ihr auch alle Programme schließt und einen leeren Schreibtisch vorfindet.

      Ich persönlich sehe darin eher Vorteile; kann meinen Akku so auf langen Zugfahrten ein wenig schonen, wenn gar keine Programmiererei ansteht 🙂

    2. Angenommen, euer MacBook wird nach längerer Pause im Ruhezustand wieder aufgeweckt, und ihr klickt auf eurer lokale WordPress-Seite anschließend einen Link an. Nun kann der Aufruf eine Weile lang dauern – der PHP Development-Server wird wahrscheinlich „liegengebliebene“ Cron-Prozesse abarbeiten wollen, verbunden mit einigen Sekunden Warterei für euch. Wenn sich dann tatsächliche Aktualisierungen von WordPress, Themes, Plugins, Übersetzungen anschließen, könnt ihr weitere Wartesekunden dazuaddieren. In seltenen Fällen beendet sich der PHP Development Server selbst; mit wp server könnt ihr ihn aber gleich wieder starten.
      Wenn alles überstanden ist, ist eurer lokale Website aber wieder flott wie eh und je.

      Dieser Punkt trifft natürlich auf alle PHP-basierten-Anwendungen zu, auch jenseits von WP.

    3. Was garantiert schiefgeht, ist das Einsetzen einer Kartengrafik à la OpenStreetMaps. Zunächst würde ich euch sehr loben, dass ihr Kartenmaterial von eurem eigenen Webspace auf eure Website integrieren wollt, und kein Server in Übersee damit bemüht (zumal ihr dann ggf. einen Cookie-Banner nebst entsprechender Datenschutzerklärung einsetzen müsstet). 🙂

      Das partielle Nachladen von Inhalten in Streaming-Kontexten, egal ob in einem Stadtplan oder einem MP4-Video, beherrscht der PHP Development Server nicht. Während ihr ein YouTube- oder Mediathek-Video im Web auch einfach mittig beginnen könnt und den Anfang liegen lassen könnt, scheitert die PHP- bzw. wp server-Umgebung hier kläglich.
      Eine WordPress-Site, die eine Kartografieanwendung enthält, oder ein Video/Audio, ab Sekunde X abspielen muss, entwickelt ihr also besser mit jener Serverumgebung, die im öffentlichen Internet zu finden ist – Apache und nginx sind die populärsten Lösungen.
      Für homebrew findet ihr hier eine tolle Anleitung für eine Apache-PHP-Kombination.

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